Whitehall
Whitehall Fonds
Whitehall bezeichnet eine Gruppe von Fonds, welche die große Investmentbank Goldman Sachs seit 15 Jahren auflegt. Auch hier handelt es sich um Private Equity Fonds.
Im Frühjahr 2004 kaufte Goldman Sachs gemeinsam mit dem Private Equity Fonds Cerberus das kommunalen Berliner Wohnungsunternehmens GSW mit 65.700 Wohnungen. Obwohl die Neuerwerber allein aufgrund der damals niedrigen Zinsen riesige Gewinne auf das geringe eingesetzte Eigenkapital erwirtschaften konnten, wurde sofort das "Mieterhöhungspotenzial" ausgeschöpft und die Belegschaft "optimiert". Architekten wurden outgesourct, kostenintensive Einheiten verkauft. Nach zwei Jahren war der Personalstand bereits halbiert.
Ein halbes Jahr nach dem Kauf der GSW wurden 1529 Wohnungen bereits an den Weiterverwerter Vivacon weiterveräußert und wieder drei Monate später landete die Hälfte dieser Wohnungen bei einem Spezialisten für Mieterprivatisierung aus Österreich (der Firma Conwert). In Berliner Siedlungen kam es zu willkürlichen Erhöhungen wegen Modernisierungen.
Aus Sicht der Mieterorganisationen haben derartige Fondsgesellschaften, die dem Namen "Heuschrecke" alle Ehre machen, auf dem deutschen Wohnungsmarkt nichts zu suchen.
Quelle: Pressemitteilung des Aktionsbündnis "Zukunft der LEG" vom 30.5.2008, http://www.volksinitiative-leg.de/de/news/stellungnahmen/index.php/art_00001760
Presse
- Whitehall schluckt die LEG. Der Kaufpreis liegt bei 787 Mill. Euro, was inklusive der Schulden von 2.7. Mrd. Euro einem Unternehmenswert von 3.4 Mrd. Euro entspricht. Whitehall ist mit nun 170.000 Wohnungen und großen Beständen an Gewerbeimmobilien eine der größten Immobilienfirmen in Deutschland. (Quelle: LVZ, 12.06.2008)