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Börsen-Zeitung vom 15.08.2009, ab Düsseldorf, S. 13

Hochtief liebäugelt mit IPO einer Sparte

Alle Segmente schreiben schwarze Zahlen - Prognose bestätigt – Applaus von der Börse

Der Baukonzern Hochtief prüft strategische Optionen für sein Konzessionsgeschäft und zieht dabei auch einen Börsengang in Betracht. Aufgrund der strategischen Bedeutung des Geschäftsbereichs wollen die Essener im Falle eines Initial Public Offering (IPO) aber die Mehrheit behalten, wie Hochtief mitteilte. Zwar ist das Ergebnis im ersten Halbjahr geschrumpft, im Gesamtjahr soll jedoch wieder an das Vorjahresniveau angeknüpft werden. Mit dem Zwischenbericht zündet Hochtief ein kleines Kursfeuerwerk. In der Spitze legte der Aktienkurs um 10 % zu, zum Handelsende stand mit 45,96 Euro ein Tagesgewinn von 3,7 % zu Buche. Im Geschäftsbereich Concessions sind neben den Flughafenbeteiligungen auch die gemeinsam mit der öffentlichen Hand betriebenen Projekte (Schulen, Kasernen, Straßenprojekte) gebündelt. ((Klartext: ÖPP-/ PPP-Aktivitäten)) Für diese Infrastrukturprojekte hatte Hochtief in der Vergangenheit bereits im Rahmen von Investitionspartnerschaften langfristig orientierte Anleger an Bord geholt. Konkrete Entscheidungen über die Durchführung und den Zeitpunkt eines potenziellen Börsengangs seien noch nicht gefallen, wiegelte Hochtief am Freitag Nachfragen ab. Kontakt zu Banken hat Hochtief jedoch bereits aufgenommen, wie Reuters berichtet. Den Portfoliowert der Konzessionsprojekte beziffert Hochtief auf 1,54 Mrd. Euro. Auf die Flughäfen entfällt dabei ein Wert von 1,3 Mrd. Euro, der dem Barwert der künftig erwarteten Cashflows entspricht. Hintergrund für die Börsenpläne dürfte sein, dass Hochtief das in den Infrastrukturprojekten gebundene Kapital teilweise freisetzen möchte, ohne die Kontrolle zu verlieren. Gleichwohl bezeichnet Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter die Finanzbasis des Konzerns als solide. Die Finanzierung sei langfristig gesichert, für alle Vorhaben gebe es den erforderlichen Spielraum, schreibt der Hochtief-Chef im Aktionärsbrief. Turnaround in Europa Wenngleich das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr 2009 mit 259 Mill. Euro um 11 % unter dem Vorjahreswert lag, leisteten nach den Angaben alle Geschäftssegmente einen positiven Beitrag. Im Vorjahr hatte die Sparte Hochtief Europe, zu der auch das deutsche Hochbaugeschäft zählt, noch einen zweistelligen Millionenverlust produziert. Im Gesamtjahr soll die Sparte einen positiven Ergebnisbeitrag leisten, wobei die Rendite bezogen auf das Ergebnis vor Steuern nur bei 1 % liegen soll. Die im Konzern wichtigste Sparte Asia/Pacific sah sich dagegen im ersten Halbjahr einem Ergebnisrückgang vor Steuern von 19 % auf 213 Mill. Euro gegenüber. Dabei spielten auch negative Währungseffekte eine Rolle. Im Gesamtjahr soll das Vorjahresergebnis erreicht werden. Profitieren will Hochtief in den nächsten Monaten auch von den staatlichen Konjunkturprogrammen. Dafür seien vor allem die US-Töchter sowie die australische Leighton gut positioniert.

Börsen-Zeitung vom 15.08.2009, ab Düsseldorf, S. 13

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