Kiel
- Kiel will den Nahverkehr zurück. Privatisierungen kommen aus der Mode: Wie Kiel besinnen sich viele Kommunen auf die Vorteile von Dienstleistungsunternehmen in öffentlicher Hand. Sie haben Arbeitsplätze und Abgaben im Blick. (Quelle: taz.de, 07.05.2008)
- Die Stadt Kiel prüft, ihre Verkehrsgesellschaft zurück zu kaufen. Das teilprivatisierte Unternehmen schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen, müsste sich jedoch zum 1. Januar 2011 einer Ausschreibung stellen. Die SPD befürchtet, dass sich ein anderer Bewerber durchsetzen könnte und Arbeitsplätze verloren gingen. Würde die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) komplett der Stadt gehören, könnte auf eine Ausschreibung verzichtet werden.
- Mehr unter http://www.taz.de/regional/nord/nord-aktuell/artikel/?dig=2008%2F05%2F07%2Fa0011&src=UA&cHash=ed84c89c13
- Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an den Stadtwerken für 230 Mill. Euro an TXU im Jahre 2000. Insolvenz von TXU in Europa, aus der Insolvenzmasse kaufte MVV Energie die Anteile auf. Frühjahr 2006 - dritte Entlassungswelle. (Quelle: Spiegel, 24/2007, S. 48 ff.)
Wohnungen
Die rund 11.000 Wohnungen der Kieler Wohnungsbaugesellschaft GmbH (KWG) wurden 1999 an den deutschen Finanzinvestor Württembergische Cattunmanufactur (WCM) verkauft. Die Wohnungen setzen sich zu ca. 45 Prozent aus 50er und 60er Jahre Bauten und zu ca. 27 Prozent aus 70er Jahre Bauten zusammen. WCM setzte nach dem Erwerb auf Mieterprivatisierung, Ausschluss von „Problemmietern“ und Senkung des Leerstandes. 2004 verkaufte WCM aufgrund von Finanzierungsproblemen des Konzerns, im Rahmen eines Gesamtverkaufes mit weiteren Beständen in Nordrhein-Westfalen und Bremen, den Bestand von noch ca. 9500 Wohnungen an den Finanzinvestor Blackstone, mit Hauptsitz in New York, weiter. Verkaufspreis für das Paket mit insgesamt 31.300 Wohneinheiten betrug 1,39 Mrd. Euro bzw. ca. 44.400 Euro/WE. Blackstone führte die Strategie von WCM fort und setzte seit Erwerb gezielt auf Mieterprivatisierung und den Verkauf an externe Bieter. Durch radikales Vorgehen geriet das Unternehmen kurzzeitig in die Kritik. Wer Mietschulden hatte, dem pappte der Hausmeister einen roten Mahnzettel an den Briefkasten, für alle Nachbarn und Besucher sichtbar, darauf stand: „Ihr Mietkonto steht im Rückstand – der Bestand Ihres Mietverhältnisses ist gefährdet […].“ Nachdem der Mieterbund dagegen vorging stellte der neue Eigentümer die Praxis wieder ein. Die KWG wurde zusammen mit der Gladbacher ABG und anderen aufgekauften Wohnungsbeständen zur Vitus Gruppe zusammengeschlossen. Als Exitstrategie wurde von Blackstone der mehrheitliche Weiterverkauf an ein von der deutschen Bank geführtes Konsortium gewählt.